KPU-Indikan-Übersäuerungs-Kombicheck


KPU-Indikan-Übersäuerungs-Kombicheck

Artikel-Nr.: 3156

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Laborleistung: Untersuchung einer Urinprobe auf Pyrrol, Indikan-Werte, ph-Wert, Aziditätsquotient AQ, Gesamtaziditätsquotient NAQ
Laborkosten Euro 72,30 ; Laborversand Euro 2,60

Der Labortest ersetzt keine Vorstellung des Tieres bei einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker. Ergebnisse dienen lediglich der Information und sollten dem vor Ort behandelndem Arzt oder THP vorgelegt werden.

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Hintergrundinformationen:

Equine Kryptopyrrolurie (eKPU)

Bei KPU handelt es sich um eine im Ursprung hautsächlich bei Menschen (Frauen) festgestellte vererbte Erkrankung, bei der die Betroffene massiv aktiviertes Vitamin B 6 (Pyridoxal-5-Phosphat = P5P), Zink und auch Mangan - gebunden an sogenannte Pyrrole, über den Urin verliert. P5P wird beim gesunden Menschen in der Leber aus Vitamin B 6 aktiviert.

Beim Pferd verhält es sich etwas anders: Zum einen kann eine erhöhte Pyrrolausscheidung (vererbte Veranlagung) wie beim Menschen zu einen Verlust an aktiviertem Vitamin B6 und Spurenelementen führen. Ein weiterer Aspekt kommt jedoch hinzu: Die im gesunden Pferdedarm lebenden Symbionten produzieren normalerweise für ihren Wirt Pferd neben bestimmten Aminosäuren auch die Vitamine des K- und B-Komplexes in bereits aktivierter Form. Das heißt, im Gegensatz zum Menschen wird das P5P vom Darm und nicht von der Leber bereitgestellt! 

Störungen der Darmflora haben oft einen Mangel an aktiviertem Vitamin B 6 ( P5P ) zur Folge. Da aktiviertes Vitamin B 6 (P5P),  Zink und Mangan bei vielen Hunderten von Stoffwechselreaktionen  beteiligt sind, können beim Mangel vielfältige Symptome entstehen, die oft nicht einzuordnen sind.

Die ergänzende Gabe von nicht aktivierten Vitaminen zur Therapie macht wenig Sinn, wenn diese durch eine schlecht funktionierende Darmflora nicht oder nur teilweise aktiviert werden können.

P5P ist im Entgiftungsstoffwechsel der Leber ein unverzichtbarer Bestandteil. Die Entgiftungsleistung der Leber läuft über zwei Phasen. In Phase I entstehen außerordentlich toxische Zwischenprodukte, die erst in Phase II mit wasserlöslichen Molekülen verbunden ausgeschieden werden können.

Zum Start von Phase II wird P5P benötigt. Ist dies nicht vorhanden, bleiben die giftigen Stoffwechselprodukte  zunächst im Gewebe zwischengelagert und werden später über eine Notfallmaßnahme des Körpers ausgeleitet. Dies geschieht über die Kopplung an Spurenelemente, vor allem an Zink, Mangan und Selen, was zu deren Mangel führt.

Das betroffene Pferd hat also mit einer stark gestörten Entgiftungsleistung und einem Spurenelementemangel zu kämpfen.

Die sichtbaren Symptome sind vielfältig:

  • Leber- und Nierenprobleme
  • Haut- und Hufprobleme
  • Ekzeme
  • Rehe
  • Probleme im gesamten Bewegungsapparat
  • Chronischer Husten
  • Koliken, Kotwasser, Blähungen
  • Therapieresistenzen
  • und sehr vieles mehr

Da aber im Gegensatz zum Menschen nicht immer eine genetische Komponente mitspielt, kann sich die Entgiftungsleistung nach erfolgreicher Darmsanierung wieder erholen und der Mikronährstoffmangel, pferdgerechte Haltung- und Ernährung vorausgesetzt, verschwinden.

Zu den großen Fehlern, die zum Entgleisen der Darmflora führen können, gehören:

  • zu geringe Rauffuttermengen
  • zu lange Fresspausen
  • zu große Kraftfuttergaben zum falschen Zeitpunkt (niemals vor dem Raufutter und niemals direkt nach der Arbeit, ohne dass Heu gefüttert wurde)
  • reine Silage/ Heulagefütterung ohne Heuanteil
  • zu viel Eiweiß (intensiv gedüngte Wiesen)
  • zu viel Pektin (Rübenschnitzel, Apfeltrester, Karotten)
  • nicht bedarfsorientiertes Entwurmen (zu oft oder zu wenig)
  • Antibiotikabehandlungen ohne anschließende Sanierung der Darmflora
  • Andere starke Medikamentengabe
  • Stress

Eine erhöhte Ausscheidung von Pyrrolen kann auf der Basis von Urin nachgewiesen werden. Der Check-Kit enthält die hierfür erforderlichen Spezialröhrchen. Zu beachten ist, dass bis ca. 5 Tage vor der Entnahme der Urinprobe keine gesonderte Zufütterung von Vitamin B6 / P5P und Zink  stattfinden soll, da hierdurch die Testergebnisse verfälscht werden könnten.

Ergänzt wird die Testung auf erhöhte Pyrrolwerte im Urin durch die Untersuchung der Indikanwerte. Indikan ist ein wichtiger Marker für eine erste Einschätzung einer möglichen Darmdysbiose und wird im Rahmen der KPU-Diagnostik als Ergänzungsmarker eingesetzt.

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Equine latente oder chronische Gewebeübersäuerung erkennen!
 

Latente oder chronische Übersäuerung ist mittlerweile nicht mehr nur eine Zivilisationserkrankung bei Menschen, sondern auch bei sehr vielen Pferden.

Symptombeispiele:

  • Muskelverspannungen
  • Kreuzverschlag
  • Ekzeme
  • Hufrehe
  • Koliken
  • Therapieresistenz

Mögliche Auslöser:

  • Zu wenig Bewegung!!!, d.h. zu wenig Abatmung von CO2 über die Lunge
  • Fütterungsfehler:
  • zu wenig Raufutter
    (1 kg Raufutter = 45 Min. Speichelbildung = ca. 4 Liter säurepuffernder Speichel)
  • ungeeignetes Raufutter (Heulage- oder Silagefütterung)
  • zu viel Kraftfutter 
    ( 1 kg Kraftfutter = 10-15 Min. Speichelbildung = ca. 1 Liter säurepuffernder Speichel)
  • Kraftfutter zur falschen Zeit
    Kraftfutter immer nach dem Raufutter und nicht direkt nach der Arbeit ohne vorherige Raufuttergabe
  • Eiweißüberschuss („fette“ Wiesen)
  • Dysbiosen (Störung der Darmflora, bakterielle Fehlbesiedlungen, Fehlgärungen)
  • Mangel an basischen Mineralien
  • Entgiftungsschwäche

Notregulation des Organismus:

  • Einlagerung der Säuren im Knorpel- und Bindegewebe, Sehnen, Bändern, Gelenken, Muskeln
  • Verstärkte Entsorgung über den Darm ( Durchfälle, Kotwasser)
  • Bindung an Mineralstoffe mit nachfolgender  Ausscheidung über Niere (Mineralstoffmangel)

Mögliche Folgeerkrankungen eines gestörten Säure-Basenhaushaltes:

  • Hufrehe
  • Mauke
  • Kreuzverschlag
  • Koliken
  • Sommerekzem
  • Leistungsschwäche
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Therapieresistenzen
  • Muskelschmerzen
  • Unlust oder Hyperaktivität
  • Starkes Schwitzen
  • Chronischer Husten
  • Ödeme, Cellulite
  • Schlecht heilende Wunden
  • und sehr vieles mehr!

 

Diagnostik

Ein modifizierter Säure-Basen-Test nach Sander aus dem Hause SENSION  ermöglicht eine Messung der Pufferkapazität des Urins mittels Urinprobe

Befundinterpretation:

Aziditätsquotient (AQ)

Der Aziditätsquotient AQ ergibt sich aus der ermittelten Aufnahmekapazität des Urins für Säuren und Basen und ist ein Maß für die im Stoffwechsel angefallenen und im Urin ausgeschiedenen freien Säuren.

Da der pH-Wert der Urinproben auch bei übersäuerten Tieren im neutral bis alkalischen Bereich liegen kann, ist der AQ bei gesunden Pferden weit im negativen Bereich (< -60%).

Ist der AQ erhöht, liegt eine latente Gewebeübersäuerung vor, während ein normaler AQ ein unauffälliges Säure-Base-Profil widerspiegelt.

Gesamtaziditätsquotient (NAQ)

Als zusätzliche Messgröße wird der Gesamtaziditätsquotient NAQ ermittelt, der grundsätzlich über dem Wert des AQ liegt und zusätzlich zu den freien Säuren des AQ die an Ammoniak gebundenen und somit neutralisierte Säuren wiedergibt. Die Differenz von NAQ zu AQ, das sogenannte Ammoniakband dient somit als weitere diagnostische Hilfe bei der Bewertung einer Übersäuerung.

Beispiel:

So kann beispielsweise bei einem unauffälligen AQ der NAQ stark erhöht sein, und sagt somit aus, dass trotz eines noch gesunden Säure-Base-Haushalts des Tieres im Stoffwechsel massiv Säuren anfallen, welche zwar derzeit noch ausreichend neutralisiert werden können, auf Dauer aber zu einer Übersäuerung führen können. Hier können präventive Maßnahmen z.B. durch entsprechende Fütterung zu einer Stoffwechselentlastung des Tieres führen und der Beginn einer Gewebeübersäuerung verhindert werden.

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